Ein Diagramm kann tausende Werte korrekt darstellen und trotzdem schwer verständlich sein. Wenn Achsen, Einheiten und Zeitraum nicht sofort erkennbar sind, muss der Leser zunächst die Darstellung entschlüsseln. Für betriebliche Entscheidungen sollte es umgekehrt sein: Die Grafik sollte das Verständnis unterstützen und relevante Informationen schnell zugänglich machen.
Übersicht und Detail brauchen unterschiedliche Aufgaben
Eine Jahresansicht zeigt langfristige Muster
Eine Jahresansicht eignet sich besonders, um saisonale Entwicklungen und wiederkehrende Veränderungen beim Energieverbrauch zu erkennen. So können beispielsweise Unterschiede zwischen einzelnen Monaten oder längeren Betriebsphasen sichtbar werden.
Für eine erste Orientierung reicht häufig ein übergeordneter Zeitraum aus. Werden zu viele Detailinformationen gleichzeitig eingeblendet, kann die eigentliche Entwicklung schwerer erkennbar werden.
Eine Tagesansicht macht kurzfristige Veränderungen sichtbar
Eine Tagesansicht erfüllt eine andere Aufgabe. Sie kann beispielsweise zeigen, wann eine Schicht beginnt, wann Pausen stattfinden oder zu welchen Zeitpunkten ungewöhnliche Lastspitzen auftreten.
Deshalb ist es häufig sinnvoller, zwischen verschiedenen Zeiträumen zu wechseln, anstatt eine einzige Grafik immer weiter mit Farben, Markierungen und zusätzlichen Daten zu überladen.
Einheiten und Zeiträume eindeutig darstellen
Leistung und Energie nicht miteinander verwechseln
Für die Interpretation eines Energiecharts sind eindeutige Einheiten besonders wichtig. Leistung wird beispielsweise in Kilowatt angegeben, während Energie in Kilowattstunden gemessen wird. Werden diese Größen nicht klar voneinander getrennt, können falsche Schlussfolgerungen entstehen.
Eine verständliche Darstellung sollte deshalb eindeutig erkennen lassen, welche Größe auf der jeweiligen Achse dargestellt wird.
Auffällige Werte zeitlich zuordnen
Ein ungewöhnlicher Messwert ist erst dann wirklich hilfreich, wenn nachvollziehbar ist, wann er aufgetreten ist. Ein auffälliger Punkt im Diagramm sollte deshalb einem konkreten Zeitraum zugeordnet werden können.
Dadurch kann der Betrieb prüfen, ob beispielsweise eine Produktionsänderung, ein Schichtwechsel oder ein anderer betrieblicher Vorgang mit der Abweichung zusammenhängt.
Gestaltung als Teil der fachlichen Zugänglichkeit
Daten nicht nur als Tabelle betrachten
Der Lastgang-Kompass von OPTUM verbindet eine visuelle Auswertung mit zusätzlichen Analyseansichten. Hilfreich ist dabei insbesondere der Ansatz, Energiedaten nicht ausschließlich in Tabellenform bereitzustellen.
Nutzer können von einer allgemeinen Übersicht zu konkreteren Beobachtungen wechseln. Dadurch lässt sich die Darstellung an die jeweilige Fragestellung anpassen.
Mit einer konkreten Frage beginnen
Ein sinnvoller Arbeitsablauf beginnt nicht mit der Auswahl möglichst vieler Diagramme, sondern mit einer einfachen Frage. Wann steigt die Last? Bleibt sie nachts erhöht? Gibt es wiederkehrende Unterschiede zwischen bestimmten Tagen?
Erst wenn die Fragestellung klar ist, sollte die passende Ansicht ausgewählt werden. So wird der Energiechart zu einem praktischen Arbeitswerkzeug und nicht lediglich zu einer aufwendig gestalteten Darstellung.
Farben sparsam und gezielt einsetzen
Jede zusätzliche Markierung sollte eine Bedeutung haben
Eine zusätzliche Linie oder Markierung sollte eine konkrete Information vermitteln. Das kann beispielsweise ein Vergleichswert oder eine eindeutig erklärte Referenz sein.
Werden dagegen zahlreiche Elemente gleichzeitig dargestellt, konkurrieren sie um die Aufmerksamkeit des Betrachters. Dadurch können relevante Unterschiede weniger deutlich hervortreten.
Messwerte und Berechnungen klar unterscheiden
Für die Interpretation ist außerdem entscheidend, welche Art von Information eine Markierung darstellt. Handelt es sich um einen tatsächlichen Messwert, einen errechneten Wert oder lediglich um einen Hinweis?
Eine eindeutige Beschriftung verhindert Missverständnisse und sorgt dafür, dass die Gestaltung keine Genauigkeit vermittelt, die durch die zugrunde liegenden Daten nicht gegeben ist.
Auch auf kleinen Bildschirmen verständlich bleiben
Reduzierte Ansichten können die Orientierung verbessern
Nicht jede Information muss jederzeit gleichzeitig sichtbar sein. Gerade auf kleineren Bildschirmen kann eine reduzierte Darstellung dabei helfen, zunächst die wichtigsten Entwicklungen zu erfassen.
Der fachliche Inhalt bleibt dabei unverändert. Lediglich die erste Orientierung wird erleichtert. Zusätzliche Details sollten weiterhin erreichbar sein, wenn eine konkrete Fragestellung eine genauere Betrachtung erfordert.
Detailinformationen gezielt zugänglich machen
Eine gute Darstellung unterscheidet zwischen Informationen, die für den ersten Überblick notwendig sind, und Details, die erst bei einer vertieften Analyse benötigt werden.
So kann der Nutzer zunächst erkennen, ob eine relevante Entwicklung vorliegt, und anschließend gezielt in die entsprechenden Daten hineinsehen.
Den gewählten Zeitraum auch beim Export erhalten
Grafiken brauchen einen eindeutigen zeitlichen Bezug
Auch beim Export eines Energiecharts sollte der ausgewählte Zeitraum eindeutig erhalten bleiben. Fehlt diese Information, kann eine später weitergereichte Grafik leicht falsch interpretiert werden.
Eine Darstellung, die beispielsweise nur einen bestimmten Tages- oder Monatsabschnitt zeigt, sollte nicht ohne entsprechende Kennzeichnung als Aussage über das gesamte Jahr verstanden werden.
Exportierte Daten nachvollziehbar weitergeben
Besonders bei der Kommunikation zwischen verschiedenen Abteilungen ist es wichtig, dass eine Grafik auch außerhalb der ursprünglichen Anwendung verständlich bleibt.
Zeitraum, Einheiten und relevante Bezeichnungen sollten deshalb auch in exportierten Darstellungen erkennbar sein. Dadurch bleibt die Aussage des Charts nachvollziehbar, wenn sie später weitergegeben oder dokumentiert wird.
Gutes Informationsdesign unterstützt betriebliche Entscheidungen
Verständliche Grafiken erleichtern die gemeinsame Diskussion
Ein gutes Informationsdesign macht eine Messung nicht automatisch genauer. Es kann jedoch die Hürde senken, Fehler, Auffälligkeiten und wiederkehrende Muster zu erkennen.
Gerade wenn technische Energiedaten mit kaufmännischen oder organisatorischen Entscheidungen verbunden werden, ist eine verständliche Darstellung hilfreich.
Technik und Geschäftsführung auf eine gemeinsame Datengrundlage bringen
Zwischen technischen Verantwortlichen und der Geschäftsführung können unterschiedliche Anforderungen an Energiedaten bestehen. Während technische Mitarbeiter einzelne Lastverläufe untersuchen möchten, benötigen andere Entscheider möglicherweise zunächst einen verständlichen Überblick.
Ein gut aufgebauter Energiechart kann beide Perspektiven miteinander verbinden. Entscheidend ist, dass die Darstellung nicht mit Informationen überladen wird, sondern die jeweils relevante Frage unterstützt.
Ein guter Energiechart beginnt mit der richtigen Frage
Ein verständlicher Energiechart muss nicht möglichst viele Informationen gleichzeitig zeigen. Entscheidend ist vielmehr, dass Zeitraum, Einheiten und Daten eindeutig erkennbar sind und die Darstellung zur jeweiligen Fragestellung passt.
Jahresübersichten helfen bei langfristigen Entwicklungen, Tagesansichten bei kurzfristigen Auffälligkeiten. Sparsam eingesetzte Farben und klare Beschriftungen verbessern die Orientierung zusätzlich. Auch beim Export sollte der zeitliche Zusammenhang erhalten bleiben.
So wird aus einer großen Menge an Energiedaten eine Darstellung, mit der betriebliche Muster leichter erkannt, Fragen gezielter gestellt und Entscheidungen auf einer nachvollziehbaren Datengrundlage vorbereitet werden können.
